| "Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen." (Mt 5,44) |
| Vorbereiten: 5 Kerzen (auf unterschiedliche Höhen stellen), Glaubensbekenntnis (Blätter auslegen) |
| Lied zum Einzug: Wo das Reden Mut verlangt (124) |
| Eröffnung (Pfr.) |
| Einführung (Diak.) |
| Einführung (Diak.) |
Statement 1 (Nina): Täglich hören wir etwas von Gewalt, Feinde und Verfolgung im Fernsehen. Hören Sie dazu ein paar Beispiele aus den letzten Tagen:
- Ich bin bereit zu kämpfen bis mein letzter Feind vernichtet ist
- Wer nicht für uns ist, ist gegen uns
- Ist der Muslim unser Feind?
- Die Welt besteht nur noch aus Feinden
- globaler Krieg gegen den Terror
- Arafat: Held des Märtyriums oder Feind alles Menschlichen?
- Der Ex-Geheimdienstchef hatte viele Feinde; es war klar, dass er sterben musste.
- Ein Ende des Terrors scheint Lichtjahre entfernt.
- Die Regierung wird für uns immer ein Feindbild bleiben.
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Statement 2 (Basti): Feinde? Die habe ich gar nicht. Nun gut, mit dem einen oder anderen Arbeitskollegen bin ich mir nicht immer "grün". Und letztens beim Autofahren hat mich auch der Depp zuerst geschnitten und danach ausgebremst. Ich hätte den am liebsten von der Straße gedrängt. Ja, okay, das ist schon so ein kleiner Feind. Ja, und dann ist da noch der MVV. Mein Feindbild Nr. 1 in der Früh. Ständig ist die S-Bahn zu spät. "Wir bitten um ihr Verständnis". Das hängt mir zum Hals raus. Und teurer werden die auch jedes Jahr: aber mehr Service, bessere und schnellere Verbindungen oder ähnliches bekommt man nicht für´s Geld. Schlußendlich ist da noch mein Nachbar, der ständig seine Autos irgendwo parkt, dass ich gar nicht mehr rausfahren kann. Auch seine Katzen nerven total, was die alles anschleppen. Die sollte er wirklich einsperren. Kinder hat der Nachbar auch noch. Die machen vielleicht einen Krach. Nicht einmal am Sonntag hat man da Ruhe.
Ja, jetzt wo ich es mir überlege: Ein paar Feinde wüßte ich da schon. Aber was heißt jetzt "Liebt eure Feinde"?
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| Kyrie: Meine engen Grenzen (104) |
Vergebungsbitte (Pfr.): Ja, Herr, wandle unsere Enge, weite die kurze Sicht, die uns den Blick auf andere verstellt und fülle die Sehnsucht nach einem gelingenden Leben mit deinem Geist, der uns herausreißt aus Schwachheit und Versagen. Nachlaß, Vergebung und Verzeihung gewähre ... |
| Gloria: Ehre sei Gott in der Höhe, wo keiner mit Füßen tritt (134) |
| Tagesgebet: MB S. 1083 unten (Votivm. Frieden u. Gerechtigkt.) |
| Antwortgesang: Selig seid ihr (132) |
Evangelium: Mt. 5, 43 - 48 (7. So. im Jkrs) |
Annäherungen an das Jahresthema mit Fürbitten:
Den Nächsten lieben und den Feind hassen: Das sind klare Verhältnisse, liebe Mitchristen. Das ist die Sprache der Präsidenten und mächtigen Männer. Sie meinen, zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können. Da werden einzelne zu Feinden der zivilisierten Welt erklärt und Krieg geführt gegen Terroristen. Die Galerie der alten Feindbilder wird ergänzt um Wortbilder wie "Schläfer" oder "Anti-Terror-Krieg". Aber wir brauchen nicht auf die großen und Mächtigen zu schauen, um zu entdecken, wie nahe jedem von uns selbst die "klaren Verhältnisse" liegen. Eine kleine Kostprobe haben wir ja zu Beginn gehört.
Um wieviel schwieriger ist es da, sich unserem Jahresthema anzunähern: Feinde lieben, für Verfolger beten? Es ist uns nicht leicht gefallen, uns dem Anspruch des Themas zu stellen. Zu groß ist die Versuchung, nette, einfache, fast kitschig wirkende Vorschläge zu machen. So ganz anders sehen die alltäglich Erfahrungen aus. Wir haben uns entschieden, diese 5 Kerzen zu Hilfe zu nehmen, um uns diesem Thema mit ihnen anzunähern.
Kerze 1: Mein Licht brennt für alle Menschen, die sich wie Feinde gegenüberstehen. Vielleicht können sie zueinander finden und ihre Feindschaft begraben. Jesus sagt, liebt eure Feinde! Wir sollten es einfach immer wieder versuchen, aufeinander zuzugehen.
Sprecher: Aber schau doch in die Welt: Was Jesus da verlangt, ist lieb und nett. Aber helfen wird das keinem. Die Menschen streiten sich, sie führen Kriege. Ja selbst in unseren Familien ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Lösch dein Licht aus! Feinde bleiben Feinde, es wird nie richtigen Frieden geben!
KYRIE-Ruf
Kerze 2: Mein Licht heißt Liebe, es brennt für Menschen, die sich lieben. Jesus hat uns vorgelebt, einander zu lieben. Er hat uns sein Gebot gegeben "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe". Dabei muß Liebe nicht nur heißen, alles durch die rosa Brille zu sehen. Liebe heißt auch, den Geliebten oder die Geliebte auch mal in Schranken zu weisen, Konflikte auszutragen und einander die Meinung zu sagen.
Sprecher: So etwas gibt es doch gar nicht. Wahre Liebe, das ist vielleicht ein Traum. Aber wann ist das schon Realität. Freundschaften und Ehen zerbrechen. Die Enttäuschung ist groß, weil man sich den Partner ganz anders vorgestellt hat. Und dann wird der geliebte Mensch schnell zum Feind! Lösch´ dein Licht aus. Wahre Liebe gibt es nicht!
KYRIE-Ruf
Kerze 3: Meine Kerze brennt für Menschen, die verfolgt werden; für jene, die sich verfolgt fühlen. überall auf der Welt werden Menschen verfolgt, weil sie einen andere Religion, Hautfarbe oder Rasse haben. Andere meinen, ihre Mitmenschen deswegen verfolgen, mißhandeln oder töten zu dürfen. Ja, für Verfolgte und Verfolger soll dieses Licht brennen.
Sprecher: Was du nicht sagst! Glaubst du, dass dein Licht irgendjemand helfen wird. Gerechtigkeit und Freiheit wirst du so gewiß nicht erreichen. Da haben viel zu viele einflußreiche Leute ihre Finger im Spiel. Die verdienen am Krieg, die wollen keinen Frieden! Vergiß es, blas´ deine Kerze aus!
KYRIE-Ruf
Kerze 4: Diese Kerze brennt für die Menschen, die Beten. Es soll für die leuchten, die Gott ins Spiel bringen, weil sie auf seine Hilfe vertrauen. Not lehrt beten. Feindschaft, das ist Not. Verfolgt zu sein, das ist Not. Ein Gebet ist wie eine Kerzenflamme, die Licht und Wärme spendet in der Dunkelheit ...
Sprecher: ... und die ausgeblasen wird, wenn der Wind stärker wird. Was haben all die Gebet gebracht? Seit Generationen beten Menschen zu Gott um Frieden, um Freiheit, um Gerechtigkeit. Was hat sich geändert? Beten soll doch nur ablenken und beruhigen. Mach dein Licht aus, es nutzt ja doch nichts.
KYRIE-Ruf
KURZE PAUSE
Kerze 5: Ich hätte hier noch ein Licht: Mein Licht heißt Hoffnung. Ja, es ist wahr, immer gibt es Unfrieden, Streit, Leid, Not und Hass. Und immer noch suchen Menschen nach Licht für ihr Leben. Meine Kerze ist die Kerze der Hoffnung. Und diese Hoffnung kann mir keiner nehmen. Ich blase meine Kerze nicht aus. Von meiner Hoffnung auf eine Welt ohne Feindschaft erzählt unser Jahresthema. Wenn wir aufhören zu hoffen und zu beten ist alles verloren. Wenn wir Jesu Traum vertrauen, kann ich vielleicht etwas bewegen. Zündet deshalb eure Lichter wieder an!
Kerze 1: Ich zündet mein Licht an für alle Menschen, die sich wie Feinde gegenüberstehen. Schenke ihnen und jedem von uns den Mut zum ersten Schritt aufeinander zu! - Wir bitten dich erhöre uns.
Kerze 2: Meine Kerze soll wieder brennen für Menschen, die lieben: nicht nur ihren Nächsten sonder auch jene, die ihnen fremd und feindselig geworden sind. Schenke ihnen und jedem von uns offene Arme, wenn wir einander begegnen. - Wir bitten dich erhöre uns.
Kerze 3: Ich entzünde mein Licht neu für Menschen, die verfolgt werden; für jene, die sich verfolgt fühlen. Schenke ihnen Schutz und Geborgenheit. Gib uns die Kraft, gegen Unrecht einzutreten. - Wir bitten dich erhöre uns.
Kerze 4: Dieses Licht soll weiterbrennen für die Menschen, die Beten. Schenke Geduld und Zuversicht, damit wir uns immer wieder neu üben in der Sprache der Hoffnung. - Wir bitten dich erhöre uns.
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Glaubensbekenntnis (Blätter auslegen, alle gemeinsam)
Ich glaube an Gott, unseren Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der auch meine Feinde schuf, aber nicht aus dem Grund, dass sie meine Feinde werden oder ich der ihrige.
Ich glaube an Jesus Christus, der seine Feinde geliebt hat, ihnen Wert und Achtung entgegen brachte und der für uns alle gestorben ist, für mich und für meine Feinde.
Ich glaube an den heiligen Geist, der das Gute in uns Menschen bewirkt, der uns hilft, mit dem Herzen sehen zu lernen, damit es nicht mehr nötig ist, in Angst und Ablehnung vor Feindbildern zu leben.
Ich glaube an Gottes Liebe, die mich leben läßt und mich mit Gott und mit anderen Menschen verbindet; die Liebe, die es mir ermöglicht - wenn schon nicht meinen Feind zu lieben - ihn aber dennoch mit Respekt und Achtung zu behandeln in Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Amen.
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| Gabenbereitung: Nimm o Herr die Gaben (91) |
| Gabengebet: MB S. 1082 |
| Hochgebet: Versöhnung |
| Sanctus: Heilig ("Amen", 110) |
Zum Friedensgruß:
Text: "Dem da ... wünsche ich Frieden" (Schallmauer S. 184):
Dem da
dem andern
dem x-beliebigen
dem wildfremden
der mir wurscht ist
der mich nichts angeht
dem man nicht trauen kann
dem man besser aus dem Weg geht
dem man's schon vom weitem ansieht
dem da
dem Spinner
dem Blödmann
dem Besserwisser
der nicht so tun soll
dem's noch leidtun wird
der mir's noch büßen soll
der noch was erleben kann
der sich nicht unterstehen soll
dem ich's schon noch zeigen werde
dem da
wünsche ich Frieden
Jeder knüpft am eignen Netz (73) |
| Agnus Dei: gesprochen |
| Kommunion: Band |
| Danklied: Ich will gegen das Geläut der Leute ... (136) |
| Schlußgebet: MB S. 1083 |
| Auszug: Band |
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