Unsere Marienfigur - Die Rosenkranzkönigin
Unsere Marienfigur stammt aus der Zeit um 1820. Sie stellt Maria, die Rosenkranzkönigin dar. Sie reicht uns den Rosenkranz hin als das Gebet, in dem wir uns in das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi hineinbeten. Sie hat ihre Würde von dem göttlichen Kind und trägt darum dieselbe Krone. 2006 haben wir die Figur renovieren lassen ? und das aus gutem Grund. Das Gewand der Madonna, die Farben, die an der Figur vorkommen, all das hat seine Bedeutung und die wollen wir uns heute bewusst machen: Nach der Restaurierung ist vor allem das braune Gewand aufgefallen und hat manche gestört. Braun - das ist die Farbe der Erdverbundenheit. Maria war ja ganz eine von uns, ein Mensch wie du und ich. Sie musste genauso das Leben meistern mit allen Höhen und Tiefen, mit Freude und Glück, mit Not und Tränen. Das braune Gewand passt zu ihr. Vorher war das Gewand silbrig, was eigentlich gar keine Gewandfarbe ist. Silber weist hin auf die Erlösung, die Christus uns und Maria in gleicher Weise gebracht hat. Das Silber ist noch vorhanden, es schimmert durch das Braun hindurch. So können wir schon in unserm Erdendasein die Erlösung erspüren. Maria trägt einen goldenen Umhang. Es ist ein Königsmantel. Gold ist die Farbe des Himmels. Sie ist seit ihrer Himmelfahrt bereits dort, wohin wir noch unterwegs sind. Sie ist die Erhöhte, die Königin des Himmels und kann so unsere Fürsprecherin sein am Thron Gottes.
Der Mantel ist unterfüttert mit Blau. Es erinnert an das Blau des Himmels, das im Mittelalter als die Farbe der Treue Gottes galt. Und ganz langsam wird blau die Farbe Mariens. Gott hat ihr eine wunderbare Berufung zuteil werden lassen: Mutter Jesu zu werden, Mutter des Sohnes Gottes. Wie der Himmel die Erde umgibt, so umgibt Gottes Treue seine Magd. Maria hat sich mit ihrem Ja auf die Treue Gottes eingelassen. Im festen Vertrauen auf diese Treue hat sie in schweren Stunden gebaut und sie wurde nicht enttäuscht. In der Taufe wurden auch wir in das Gewand der Treue Gottes gehüllt. Er umgibt uns mit seiner Liebe, er ist uns ganz nah, er ist unser Schutz, er bringt Farbe und Freude in unser Leben wie eben ein Gewand. Sie trägt einfache Sandalen. Das sind nicht die Schuhe der feinen Damen am Königshof, sondern das Schuhzeug der armen Leute, die ihren Lebensunterhalt mit der Hände Arbeit verdienen müssen. Sie ist eben nicht eine Königin von oben herab, die auf Kosten anderer lebt, sondern sie ist Königin mitten unter den ganz normalen Leuten, Königin nur in der Teilhabe am Königtum Christi, worauf wieder die gleiche Krone hinweist. Maria steht fest auf der Erdkugel. Wir würden erwarten, dass die Erde braun oder grün dargestellt ist. Aber sie ist golden und genau das ist die frohe Botschaft. Die Welt ist nicht einfach sich selbst und den Menschen überlassen. Was wir aus der Erde machen, wird uns erschreckend bewusst nicht nur durch die Diskussion über den Klimawandel, auch das Leben der Menschen auf der Erde stören und zerstören wir durch Krieg, Ungerechtigkeit und Ausbeutung. Christus hat die Erde erlöst, er hat den Weg gezeigt, wie die Schöpfung bewahrt werden und das Zusammenleben der Menschen gelingen kann. Freilich die Vollendung steht noch aus, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird. Darauf weist die goldene Erdkugel hin. Um die Erde windet sich eine Schlange in giftigem Grün. Sie hält einen Apfel im Maul und erinnert so an die Schlange im Paradies, die den Menschen verführt hat, indem sie vorgaukelte: wenn ihr von dem Baum in der Mitte des Paradieses esst, dann werdet ihr sein wie Gott. Immer wieder erliegt der Mensch dieser Versuchung, sich an die Stelle Gottes zu setzen, selber Gott sein zu wollen. Das ist die Ursünde, die eigentliche Sünde, aus der alles Unheil kommt: die Gott-Losigkeit. Maria steht auf der Schlange. Sie ist die Frau in der Apokalypse, der die Schlange nichts anhaben kann, sie zertritt den Kopf der Verführerin. Wer Gott Gott sein lässt und an ihn glaubt und seiner Treue vertraut, der wird wie Maria nicht von der Angst aufgefressen. Er gehört ja zu Gott, der uns trägt und hält wie eine Mutter ihr Kind. Wir gehören zu seinem Sohn Jesus Christus, der auf dem Arm seiner Mutter sitzt wie auf einem Thron, der die Weltkugel mit dem Kreuz der Erlösung in Händen hält und uns mit einer zärtlichen Geste zu sich einlädt. Gegrüßet seist du Maria Heilige Maria, Mutter Gottes, |




Von Maria als der Mutter Jesu gibt es unendlich viele Darstellungen aus der Romanik über die Gotik, aus Barock und Rokoko über Kitsch bis hin zu den modernen Darstellungen. Sie alle wollen etwas aussagen sowohl von der Menschlichkeit Mariens, als auch von ihrer Würde und der himmlischen Glorie.